Die Diagnose Hüftdysplasie bei unserer Tochter

Heute möchte ich Euch ein wenig von unserer Erfahrung mit der Diagnose Hüftdysplasie bei einem Neugeborenen mitteilen. Bei der regulären U3 Untersuchung bei unserer Kinderärztin stellte man fest, dass Mila auf der linken Hüftseite kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt hat. Es hat uns nicht sonderlich gewundert, denn mein Mann, als auch ich, hatten eine Spreizhose als Babys.

Die Ärztin wollte allerdings auf Nummer sicher gehen und leitete uns weiter in das Krankenhaus unserer Stadt. Dort stellte man ein noch etwas schlechteren Wert fest und Mila bekam für 6 Wochen die Tübinger Hüftschiene verordnet. Obwohl ich mehr oder weniger darauf vorbereitet gewesen war, dass das passieren kann, brach in diesem Moment eine kleine Welt für mich zusammen.

Unsere Tochter weinte bitterlich als ihr der Arzt die Schiene anlegte und für mich war der Anblick kaum zu ertragen. Unser kleines Baby am weinen, mit einer so großen Schiene. Ich, alleine. Aufgrund von Corona durfte nur ich in das Krankenhaus und leider hat mir auch niemand die Schiene erklärt. Auf meine Fragen wie ich sie nun wickeln oder baden soll wurde nur plump geantwortet ‘NEIN, NICHT ausziehen' … ‘naja, ist halt umständlich' und mit diesen Worten verließ der Arzt das Zimmer. Ich war ehrlich gesagt schockiert, traurig und wütend zugleich.

Ich rief die Kinderärztin an und diese hat sich freundlicherweise noch einmal Zeit für uns genommen und uns die Schiene in Ruhe erklärt. Die Diagnose des Krankenhauses zweifelte ich zu keinem Zeitpunkt an. Dennoch war ich mit der Handhabung mehr als unzufrieden und habe einen neuen Termin in einem anderen Krankenhaus vereinbart. Zu diesem Termin aber gleich mehr.

Zuhause mussten wir uns erst einmal an die neue Situation gewöhnen. Das Wickeln wurde etwas schwieriger, denn wir mussten lernen, mit einer Hand zu wickeln während die andere die linke Hüfte stabilisiert. An baden war nicht zu denken, denn wir durften laut Krankenhaus die Schiene nicht abnehmen. Also, Katzenwäsche. Aber auch das haben wir zusammen wunderbar gemeistert.

Nach drei Wochen sind wir nun zum neuen Kontrolltermin gefahren und haben die positive Nachricht erhalten, dass Mila's linke Hüfte bereits einen nahezu normalen Wert erreicht hat. Sie muss die Schiene von nun an nur noch Nachts tragen. Natürlich haben wir uns wahnsinnig gefreut. Endlich wieder normal wickeln, die kleine Maus darf wieder richtig gebadet werden und wir können wieder richtig kuscheln. In wiederum drei Wochen haben wir einen weiteren Kontrolltermin und hoffen, dass sich die Werte noch einmal verbessern werden.

Zusammenfassend möchte ich allen ‘betroffenen' Mama's sagen: es ist halb so schlimm! Wir sollten froh sein, dass die Medizin so weit ist und solche Diagnosen so schnell und recht einfach behandelt werden können. Diese Diagnose ist nur temporär und wenn man alle Anweisungen der Ärzte befolgt, haben unsere Kinder im Alter aller Wahrscheinlichkeit nach keine gesundheitlichen Probleme.

Was mich dennoch wahnsinnig traurig gemacht hat, ist eine Nachricht von einer Zuschauerin die mir unterstellt hat, ich würde mich nun für meine Tochter schämen und ich würde verzweifelt wirken. Ich würde keine Bilder mehr von ihr reinstellen. Als ich diese Nachricht gelesen habe, hat mich das wahnsinnig verletzt. Wirklich! Denn NICHTS was Mila hat oder haben könnte, würde Scham bei mir auslösen. Ich liebe unsere Tochter. Natürlich ist die Schiene kein hübsches Modeaccessoire. Das ist uns allen denke ich bewusst. Aber sie ist notwendig! Zum einen habe ich unsere Tochter bisher noch nicht einmal ‘voll' gezeigt, sondern immer zensiert. Und zum anderen wollte ich durch diese Schiene kein Mitleid erregen. Denn mir haben die teilweise bemitleidenswerten Blicke in der Öffentlichkeit gereicht. Somit habe ich nur noch gelegentlich über den aktuellen Stand berichtet.

Ich hätte dieses Thema auch für mich behalten können. Es überhaupt nicht thematisieren brauchen im Internet. Aber es ist absolut nicht schlimmes. Ich habe transparent über diese Diagnose berichtet und habe mich mit zahlreichen lieben Frauen darüber ausgetauscht. Manche haben mir Mut gemacht, manchen habe ich Mut gemacht. Und dafür bin ich wahnsinnig dankbar!

An dieser Stelle möchte ich noch hinzufügen, dass mir durchaus bewusst ist das es weitaus schlimmere Diagnosen gibt. Dennoch, war auch diese ‘kleine' Diagnose für mich als Mutter sehr schlimm. Meine Tochter weinen und die ersten Tage leiden zu sehen, tat weh. Daher wünsche ich allen Eltern viel Liebe und Kraft. Ob bei einem gesunden oder erkrankten Kind.

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