Die Anfangszeit – wenn die Welt plötzlich Kopf steht

„Wie fühlen sich die Schmerzen der Geburt an? Hattest Du eine PDA? Wann kam dein Milcheinschuss? Wie war euer Wochenbett? Habt ihr ein ruhiges Baby? Bist du manchmal auch überfordert?“ – all diese Fragen (und noch viele mehr) erreichten mich zum Thema „Anfangszeit“. Gerne möchte ich Euch offen und ehrlich auf diese Fragen antworten. Vorab sollt ihr jedoch direkt wissen, dass mir völlig bewusst ist, dass man nicht jede Situation/Umstände auf jede Mutter übertragen kann. Wir und unsere Kinder sind alle anders und das macht uns auch so einzigartig.

Presswehen und das Ende der Welt

Nach Rund 14 Stunden im Kreissaal und einer PDA, welche mir viele Schmerzen abgenommen hatte, dachte ich beim Einsetzen der Presswehen, dass sie mich von innen zerreißen würden. Manche Frauen empfinden sie als befreiend, ich im hingegen schrie nach meiner Mutter, bis ich nach Rund 45 Minuten (endlich) selber eine wurde. Wie schon erwähnt, für jede Frau sind die Schmerzen unterschiedlich stark. In welchem Moment sie jedoch komplett vergessen sind, ist vermutlich bei vielen von uns der gleiche – und zwar der, wo wir unser Kind das erste Mal an unserem Herzen spüren.

Stillzeit


Wir verbrachten insgesamt drei Nächte nach der Geburt im Krankenhaus. Nachdem ich am Dienstag entbunden hatte, setzte mein Milcheinschuss in der Nacht von Donnerstag auf Freitag „so richtig“ ein.
Ich hatte vorher durch die Erfahrungen einiger Freundinnen ziemlich große Sorgen, dass es mit dem Stillen nicht klappt, jedoch darf ich mich hier sehr glücklich schätzen. In den ersten Tagen musste ich mir natürlich noch alle 3-4 Stunden einen Wecker stellen, damit sie auf Ihr Geburtsgewicht (bei uns war es am sechsten Tag erreicht) kommt, aber seitdem Stille ich nach Bedarf. Es wäre eine Lüge, wenn ich sage, dass die ersten Züge in den ersten Tagen nicht unglaublich wehtaten, aber dranbleiben lohnt sich. Der weibliche Körper gewöhnt sich sehr schnell daran.

Dammriss & Co.


Wenn wir schon beim Thema Schmerzen sind beantworte ich auch direkt eine sehr intime, aber meiner Meinung nach natürliche Frage: Hattest Du Schmerzen auf der Toilette? „Nein.“ – Ich hatte dadurch das unsere Tochter mit dem Kopf und der Faust gleichzeitig rausgekommen ist, einen Dammriss ersten Grades und wurde dementsprechend auch genäht. Trotz der Angst vor dem ersten Toilettengang, empfand ich von Anfang an keine Schmerzen. Passend hierzu waren die „Po-Dusche“ sowie das „Motherlove-Spray“ für mich persönlich sogenannte ‘Fehlkäufe', welche ich nicht benötigt hatte.

Must-Haves

Was wir nicht genug haben können sind Spucktücher. Auch wenn unsere Tochter kein „Spuckbaby“ ist, ist es immer praktisch eins zur Hand zu haben. Unser Pucksack war ebenfalls eine super Investition, da wohl viele Babys gerade in der Anfangszeit in der Nacht unruhig schlafen und laut unserer Hebamme auch zum Teil noch Wochen später die Geburt verarbeiten. Was wir am Anfang nicht so viel hatten,waren Anziehsachen in der Größe 50. Durch meinen großen Bauch hatte ich ehrlicherweise gedacht, dass sie größer zur Welt kommt. Aber jetzt weiß auch ich, dass die Größe des Bauchs nichts über die Größe des Babys aussagt. Auf schnelle Nachbestellungen haben wir aber dennoch verzichtet und sie einfach in Größe 56 eingekleidet, welche mittlerweile auch schon super passt.

Das Thema mit dem Besuch


Durch die aktuellen Besucherbeschränkungen in den Krankenhäusern luden wir meine Eltern direkt am Nachmittag unserer Entlassung zu uns nach Hause ein. Uns war es sehr wichtig, dass unsere Eltern die kleine Maus kennen lernen, weshalb auch meine Schwiegereltern am darauffolgenden Tag zu uns kamen. Danach ließen wir es die nächsten 10 Tage sehr ruhig angehen und hatten nur unsere Hebamme als täglichen Besuch da.
Seitdem haben wir vereinzelnd unsere Freunde eingeladen.Jedes Paar sollte dieses Thema handhaben wie sie es möchten – hier gibt es kein richtig oder falsch.

Selbst(und)ständig


Wir genossen die ersten Tage als Familie mit viel Kuscheln im Bett jedenfalls sehr. Mein Mann hatte zudem die ersten beiden Wochen Urlaub und stieg im Anschluss für zwei weitere Woche halbtags wieder ein, bevor er letztendlich wieder voll arbeiten ging.Dies erleichterte auch mir den Einstieg mit Haushalt, Kind und Beruf.

Durch die Selbstständigkeit gibt es für mich nämlich keinen Mutterschutz. Das ist auch völlig in Ordnung – im ein oder anderen Moment aber dennoch eine Herausforderung und anstrengend. Mein Mann unterstützt mich in der Hinsicht noch immer sehr und wenn die E-Mails manchmal liegen bleiben, dann ist das zwar ärgerlich, aber nichts, was nicht auch die Ansprechpartner in der Anfangszeit verstehen können. Mittlerweile spielt es sich jedoch mehr und mehr ein und wir erfreuen uns an jedem Fortschritt als Familie.

Glücksmomente – unser Alltag


Unsere Tochter macht uns den Alltag aktuell sehr angenehm. Wir haben das große Glück mit ihr ein ruhiges und gelassenes Baby (meine Mutter hat sie ein „super Anfängerbaby“ genannt) zu haben. Sie weint eigentlich nur, wenn sie die Windeln voll oder Hunger hat. Zudem gönnt sie uns die letzten zwei Wochen sehr viel Schlaf. Wenn ich sie abends gegen 22/23 Uhr gestillt und gewickelt in Ihr Beistellbett lege, schläft sie meistens bis 6 Uhr am Morgen durch. Nach einer kurzen Stilleinheit schläft sie dann noch einmal für zwei bis drei weitere Stunden – also eine super Möglichkeit dem Haushalt zu schmeißen oder unter die Dusche zu hüpfen. Mir ist mehr als bewusst, dass sich dieser Luxus mit jedem Tag oder Schub ändern kann, aber das ist für mich ok. Wir genießen den Augenblick solange es geht.

Simone

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